| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
Kulturladen
Anmeldungsdatum: 18.08.2004 Beiträge: 2
|
Verfasst am: Mittwoch 03 März 2010 17:30 Titel: KKH ::Chance & Gefahr:: am 21.März zur Wahl gehen! |
|
|
Die Planungen der Stadt Konstanz für ein Konzert- und Kongresshaus, folgend KKH, auf Klein Venedig polarisieren die Bürger unserer Stadt wie selten ein Thema zuvor.
Am 21. März 2010 kommt es in dieser Frage zu einem Bürgerentscheid. Es wird darüber abgestimmt, ob die wahlberechtigten Bürger in Konstanz sich für oder gegen dieses KKH entscheiden. Sowohl die Befürworter als auch die Gegner führen einen engagierten Wahlkampf, in dem eine große Anzahl an Argumenten für und wider dieses Projekt angeführt werden.
Wir im Kulturladen möchten uns von keiner der beiden Seiten vereinnahmen lassen. Schon deshalb, weil auch bei den Vorständen und Mitarbeitern des Kulturladens die Meinungen zum KKH sehr vielfältig sind. Selbstverständlich haben auch wir uns systematisch mit der Thematik auseinandergesetzt und herausgekommen ist
dieses Statement:
Ein KKH ist für das kulturelle Leben in Konstanz zugleich Chance und Gefahr.
Die Chance liegt in den möglichen Synergieeffekten, die sich zwischen dem KKH und den anderen Kulturakteuren ergeben können. Auch der Kulturladen schließt sicher nicht aus, dass er als Partner der Stadt die eine oder andere tolle Veranstaltung in einem solchen Haus gerne realisieren würde, die in seinen eigenen Räumen nicht möglich ist.
Die Gefahr liegt in der Bedrohung des Bestands der Kultureinrichtungen, wenn Mittel des städtischen Haushaltes, die bisher diese Einrichtungen mit finanzierten, in den Unterhalt dieses neuen Hauses fließen. Aus eigener schmerzlicher Erfahrung wissen wir, dass die öffentlich geförderten Kultureinrichtungen selbst bei großen Bemühen nicht auf eine verlässliche Förderung durch die Stadt verzichten können, um ihr beständiges Programm aufrecht zu erhalten.
Aus unseren letzten Zuschussverhandlungen mit der Stadt wissen wir auch, dass selbst bei Beträgen, die sich in ganz anderen Dimensionen bewegen, wie die für das KKH in der Diskussion stehenden, ein großer Teil der Gemeinderäte vehement darauf hinweisen, dass die Stadt einfach nicht genügend Mittel hat, um unsere Bedürfnisse - es ging um 20.000 € plus oder minus - zu befriedigen. Da machen uns die diskutierten Beträge, die das KKH Jahr für Jahr im Betrieb und noch mehr im Schuldendienst kosten wird, natürlich Angst.
Es gibt jetzt schon Aussagen aus Kreisen des Gemeinderates, die befürchten lassen, dass die Kürzung der freiwilligen Förderungen der Stadt, also auch die diversen Kulturförderungen für Einrichtungen wie die Rathaus Oper, das Zebra-Kino, den Jugendtreff Contrast, das K9, den Kulturladen, und viele andere private Initiativen kein Tabuthema sind. Auch städtische Kulturinstitutionen wie die Südwestdeutsche Philharmonie, das Stadttheater und die Museen sollten nicht in Gefahr geraten. Es würde uns und vermutlich vielen anderen Kulturakteuren in dieser Stadt die Freude auf die Herausforderung, die ein solches Haus uns bringt, viel leichter machen, wenn auch eine klare und eindeutige Aussage zur Bestandssicherung der jetzigen kulturellen Vielfalt und ein starkes Bekenntnis zu den gewachsenen kulturellen Strukturen gemacht würden. Dazu gehört auch eine mittel- und langfristige Sicherung der dazu verwendeten Mittel im städtischen Haushalt.
Auch wenn der Kulturladen keine Empfehlung für ein ja oder nein bei der Bürgerbefragung aussprechen wird, so wird dennoch jeder Akteur des Kulturladens seine eigene Meinung beim Bürgerentscheid am 21.3.2010 zur Urne tragen. Und genau das ist auch unser Hauptanliegen, weshalb wir diese Stellungnahme veröffentlichen. Wir fordern alle Freunde und Nutzer des Kulturladens und alle Bürgerinnen und Bürger in Konstanz auf, Ihre Meinung beim Bürgerentscheid kundzutun. Schließlich ist jeder Konstanzer auf die eine oder andere Art von der Thematik betroffen - sei es als Nutzniesser einer kulturellen Vielfalt, sei es über die Steuergelder für die Finanzierung. Wenn der Bürgerentscheid für den Gemeinderat verbindlich sein soll, muss der „Sieger“ desselben mindestens 25 % aller Wahlberechtigten auf seine Seite bringen. Das sollte Motivation genug sein, sich dazu zu äußern – und zwar zumindest beim Bürgerentscheid.
Links zu dem Thema:
Stadt Konstanz:
www.konstanz.de/tourismus/01434/01475/03346/index.html?lang=de
Gegner:
www.nein-zu-klein-venedig.de
www.konstanz-pfeift-drauf.de
Befürworter:
www.konstanz-gibt-den-ton-an.de
Wir haben zum Thema in unserem Forum diesen Thread eingerichtet, um die Meinung unserer Gäste zum KKH kennenzulernen und Möglichkeit zum Austausch anzubieten. Wir freuen uns über eure Anregungen.
Die Mitarbeiter und Vorstände des Kulturladen e.V. _________________ Kulturladen Konstanz Joseph-Belli-Weg 5 78467 Konstanz
Tel.: 07531/52954 Fax.: 07531/55139
Internet: http://www.kulturladen.de Email: come@kulturladen.de |
|
| Nach oben |
|
 |
his dudeness

Anmeldungsdatum: 22.02.2010 Beiträge: 52
|
Verfasst am: Donnerstag 04 März 2010 03:34 Titel: |
|
|
grundsätzlich finde ich die idee eines konzert- und kongresshauses in KN
gut. für KN als größte (und schönste ) stadt am bodensee wäre es
kulturell sicher vorteilhaft ein KKH zu bauen, ob das auch auf den
wirtschaftlichen aspekt zutrifft ist eine andere frage.
da man vor nicht allzulanger zeit sehen konnte, dass sich die stadt KN bei
rechnungen mit beträgen über dem sechsstelligen bereich schwer tut (bei
der brücke am bahnhof wurden aus veranschlagten 1,8 mio € etwa 4 mio €),
könnten aus den prognostizierten 60 mio € ganz schnell 120 mio €
(120.000.000!) werden.
wirklich schade wäre es natürlich, wenn die von euch angesprochen
unterhaltskosten, die stadt dazu zwingen würden anderen kulturellen
einrichtungen die förderungen zu streichen/kürzen. für uns KULArianer
hieß das, wegen 10 konzerten der philharmonie auf konzerte der
alternativen szene verzichten zu müssen.
zudem halte ich es für falsch klein venedig zu verbauen. das gelände
sollte für veranstaltungen an der frischen luft bzw. im zelt genutzt
werden. das gelände ist perfekt für die verschiedensten veranstaltungen
wie das oktoberfest, zirkusse, public viewing, verschiedene messen wie
z.b. die GEWA oder events im stil der zeltfestivals (R.I.P).
falls das KKH tatsächlich voll ausgelastet sein sollte, wäre das für den
verkehr in der innenstadt der absolute todesstoß. jeder der das gegenteil
behauptet soll mal versuchen, an einem sonnigen samstag im frühling,
innerhalb einer halben stunde mit dem auto vom seelife-center bis zum
döbele bzw. zum sternenplatz zu kommen.
KN ist verkehrstechnisch gesehen einfach ein nadelöhr. da wären
standorte wie z.b. das greatlakes gelände sicher besser.
zur architektur: sch.......recklich!
ich glaube so schnell würde ich keinen kongress besuchen und auch die
philharmonie wird die nächsten jahre noch ohne mich zurechtkommen
müssen aber vom KULA-team organisierte konzerte von
bekannteren künstlern, die säle bis 1200 besucher füllen, wären schon
ziemlich cool.
wie realistisch seht ihr denn die möglichkeit in einem neuen KKH konzerte
zu veranstalten? also von der raummiete, der personellen besetzung des
KULAs und ob die uns rabauken überhaupt im KKH haben wollen?
ich bin noch ziemlich unentschlossen und werde die nächsten wochen die
diskussion der befürworter und gegner weiter verfolgen.
das sich hier noch jemand einmischt halte ich für ziemlich
unwahrscheinlich. ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.  _________________ Limp Bizkit didn't go out of style ... You did! |
|
| Nach oben |
|
 |
pow Gast
|
Verfasst am: Donnerstag 04 März 2010 18:33 Titel: |
|
|
Das traurige ist doch, dass die meisten Leute nicht wirklich bescheid wissen und deshalb übrhaupt gar nicht beurteilen können, was die stadt braucht, wie das Konzept aussieht und welche finanziellen mittel zur verfügung stehen.
Dass sich das KKH perfekt in die Umgebung (parallelbebauung zum sealife& Lago-Parkhaus) einfügt und dass veranstaltungen im freien wie zum beispiel dem oktoberfest, noch immer stattfinden können, scheinen die meisten auch nicht mitbekommen zu haben.
Eine konstanzer Partei sagt, dass klein Venedig "ein beliebter Ort zum Entspannen" sei.
Ich habe noch nie einen gesehen, der sich auf diese sumpfige wiese gestzt hat, wenn am seeufer doch viele Bänke stehen.
Wir haben den See
Wir haben die gute öffentliche Nahverkehrsanbindung
Und was ich am wichtigsten finde:
Wir haben eine Philharmonie, die so gut spielt und sich trotzdem damit abgeben muss, im akustisch katastrophalen Konzil zu spielen.
Klar, das Konzept kommt elitär daher. Doch wenn man in den keller proberäume für jugendliche einbaut, die kein klavier oder schlagzeug zuhause haben oder einfach sich mit freunden zum musik machen treffen wollen, kann man dem doch nicht im wege stehen, oder?
Ich würde mich so freuen, wenn das klappen würde und trotzdem weiterhin den Kula besuchen.
Ich glaube kaum, dass es eine Konkurrenz zwischen den beiden geben wird und die stadt finanzielle mittel kürzen wird. denn dann würden sie sich ja selbst ans bein pinkeln, die lieben gemeinderäte. |
|
| Nach oben |
|
 |
his dudeness

Anmeldungsdatum: 22.02.2010 Beiträge: 52
|
Verfasst am: Samstag 06 März 2010 20:13 Titel: |
|
|
| Zitat: | dass veranstaltungen im freien wie zum beispiel dem oktoberfest,
noch immer stattfinden können, scheinen die meisten auch nicht
mitbekommen zu haben. |
das wird sicher lustig, im KKH spielt die philharmonie und durch das
"panoramafenster" sieht man die oktoberfestbesucher die hinters zelt
kotzen.
oder es findet ein kongress der universität mit prof.dr.dr.-en aus der
ganzen welt statt und vor der tür duftet es nach elefanten- und
kamel"äpfeln" und es fahren direkt am hotel eine ganze kollone an lkws
durch.
| Zitat: | | Wir haben die gute öffentliche Nahverkehrsanbindung |
die verbindung nach singen ist ganz gut, stimmt. trotzdem ist der bahnhof
in KN eine sackgasse. der katamaran fährt auch nur bis ca 19 uhr.
es ist ja nicht umsonst geplant, ein parkhaus für ca. 500 autos zu bauen,
die sich alle am bahnhof und durch die bodanstraße durchquälen werden.
die parkhauszufahrt über kreuzlingen ist wie bei vielen punkten bei dem
projekt ein großes VIELLEICHT.
ich bin kein vehrkehrsexperte, wie aus 2.900 fahrzeugen mehr am tag
"weniger verkehr im altstadtring" wird, würde ich mir gern nochmal
genauer erklären lassen.
zu architektur nochmal: die animationen des foyers oder des großen
saals sehen schon sehr chick und edel aus, aber wo ist die beleuchtung
für pop- und rockkonzerte? wo sind die boxentürme? das mischpult?
theatervorführungen, ohne vorhang?
zum hotel: da bin ich im moment nicht auf aktuellem stand. gibt es jetzt
investoren und/oder betreiber?
hier zitiere ich mal einen kommentar von badener56 zu diesem artikel:
http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Konzerthaus-Infoabend-Viel-Beifall-fuer-OB-Frank;art372448,4192656,2-pg0#pg
| Zitat: | Genügend Befürworter finde ich echt gut. So kann auch alles bezahlt werden.
Alle Befürworter bekommen beim Finanzamt ein J in ihre Steuerakte.
Dann werden die erzielten jährlichen Gewinne schön an diese
Befürworter verteilt. Was ich echt gerecht finde.
Sollte es aber ein Minusgeschäft werden (dumm gelaufen), werden diese
auch auf die Befürworter umgelegt !
So finde ich es auch voll gerecht !
Ich verzichte freiwillig auf die Gewinne des KKH und bleibe bei NEIN ! |
eine mehrzweckhalle die zwar größer und vielfältiger ist, aber schlichter
und somit günstiger, auf einem verkehrstechnisch unproblematischeren
standort wäre meiner meinung nach sinnvoller.
funktionalität vor design und "statussymbol"! _________________ Limp Bizkit didn't go out of style ... You did! |
|
| Nach oben |
|
 |
demogorgon Gast
|
Verfasst am: Samstag 13 März 2010 11:43 Titel: |
|
|
| Zitat: | eine mehrzweckhalle die zwar größer und vielfältiger ist, aber schlichter
und somit günstiger, auf einem verkehrstechnisch unproblematischeren
standort wäre meiner meinung nach sinnvoller.
funktionalität vor design und "statussymbol"! |
Ganz meine Meinung!
Oder glaubt wirklich einer, dass Rock/Pop-Konzerte oder sonstige "Jugendkultur" - Veranstaltungen im KKH stattfinden werden?!
Eine Mehrzweckhalle am Great Lakes Gelände ist einfach viel, viel sinnvoller.
Das Kongressgeschäft ist sowieso in Zeiten von Internet- und Telefonkonferenz sowie der Wirtschaftskriese ein Verlustgeschäft. Und die Uni wird ihre Konferenzen weiterhin in der Uni abhalten. Oder glaubt jemand, die schmeissen ihr knappes budget zum Fenster raus für teure Saalmieten und karren die Leute ständig von der Uni in die Innenstadt und wieder zurück.
Und WER soll denn hier bitte ne Konferenz in solchen Größen abhalten? Soweit ich weiss sind Firmenkonferenzen immer in der Nähe des Hauptsitzes oder zumindest einer großen Filiale. Und Nycomed hat sich nach Zürich verzogen. Bevor Siemens hier was macht, schicken die die Leute nach München oder Stuttgart. Da bleibt ja nur noch der Bodensee Fischereiverband
Und verkehrstechnisch ist ja nicht nur die Straßenanbindung beschissen. Topmanager, die ja schließlich zu den angestrebten Großkonferenzen fahren, haben doch keinen Bock und erstrecht keine Zeit mit der Schwarzwaldbahn oder dem Seehaas zu kommen. Und der nächste richtige Flughafen ist mit Zürich auch ein gutes Stückchen entfernt.
Also prinzipiell finde ich es ja gut, dass die Stadt was machen will, um Konstanz attraktiver zu machen. Aber die geplante Umsetzung ist ne Katastrophe, hässlich, zu teuer und bringt dem Normalbürger mehr Nachteile als Vorteile. |
|
| Nach oben |
|
 |
his dudeness

Anmeldungsdatum: 22.02.2010 Beiträge: 52
|
Verfasst am: Dienstag 16 März 2010 19:05 Titel: |
|
|
ich zitiere mich mal selber, da ich auf die gestellten fragen auch
antworten erwartet habe.
| Zitat: | wie realistisch seht ihr denn die möglichkeit in einem neuen KKH
konzerte zu veranstalten? also von der raummiete, der personellen
besetzung des KULAs und ob die uns rabauken überhaupt im KKH haben
wollen? Very Happy
|
es sind wohl aus gutem grund keine offiziellen angaben zur raummiete
gemacht worden. aber eine einschätzung, ob sich der KULA vorstellen
könnte mit dem, so wie es derzeit geplant ist, KKH zusammen zu arbeiten
(d.h. größere veranstaltungen im KKH durchzuführen) wäre doch sehr
interessant.
also ich bitte um ein kurzes offizielles statement des KUlAs.
sehr lustig, eine mitbewohner hat mir vorhin eine karte der JU in die hand
gedrückt, die wohl an der uni verteilt wurden.
die aufschrift:
| Zitat: | mario barth und co. live in konstanz?
- dann gib uns deine stimme! |
also pro KKH.
wer sich aber mal kurz einen überblick verschafft wo mario barth dieses
jahr auftritt, wird schnell merken, dass er wohl nicht in einer popelhalle
mit 1200 plätzen auftritt.
ob man mario barth mag oder nicht sei dahin gestellt, aber die von
demogorgon und mir angesprochene mehrzweckhalle an einem besseren
standort, wäre für auftritte dieser größenordnung besser geeignet liebe
JU.
ich habe mich entschieden.  _________________ Limp Bizkit didn't go out of style ... You did! |
|
| Nach oben |
|
 |
jan leipold
Anmeldungsdatum: 28.10.2004 Beiträge: 31
|
Verfasst am: Freitag 19 März 2010 13:51 Titel: |
|
|
@dude: Ich will dir gerne meine persönliche Meinung als einzelnes Kulavorstandsmitglied zu der Frage, ob der Kula in einem KKH veranstalten wird, sagen. Ich glaube, dass beim jetzigen Kenntnisstand es völlig unmöglich ist, eine endgültige Entscheidung zu treffen oder auch nur eine Tendenz festzulegen. Für uns als Veranstalter fehlen neben der ungeklärten Frage der Miete, die natürlich auch entscheidend ist, komplett wichtige Informationen.
Niemand weiß zum jetzigen Zeitpunkt, wie die technische Ausstattung aussieht: dh. musst Du als Veranstalter sozusagen den ganzen Aufbau für die Show in einer leeren Halle stemmen? Oder ist wie im Kula bei Vermietungen eine PA vor Ort vorhanden?
Welche Personalkosten sind eingepreist, welche musst du extra buchen? Zum Beispiel Gardarobe etc.
Welche Einnahmequellen sind möglich? Das heißt, kannst Du dort selber Getränke verkaufen oder gibt es einen Pächter, der Vorrechte hat?
Wie flexibel ist der Betreiber bei der Nutzung: könnten wir ein ausverkauftes Konzert kurzfristig vom Kula dorthin legen oder müssen wir mit entsprechendem finanziellem Risiko die Band von vornerein dort machen?
Wenn wir die Fragen alle klären könnten, was nur gehen wird, nachdem dieses Ding gebaut, finanziert und in Betrieb sein würde, dann müsste man bei jeder einzelnen möglichen Veranstaltung das Kalkulieren anfangen. Und ob wir guten Gewissens bei den jetzigen Zuschüssen, dann für eine einzelne Veranstaltung das finanziellen Risiko, das sicherlich gleich hoch ist wie mehrere Veranstaltungen im Kula zusammen, übernehmen würden, ist eine Frage, die sich hypothetisch nicht beantworten lässt. Zumal ja auch die Gagen sich an den erwarteten Personenzahlen zum Teil orientieren. Das heißt, wir hätten auch deutlich höhere Kosten.
Zusammenfassend lässt sich für mich sagen, dass diese Frage bei meiner Entscheidung, wie ich am Sonntag abstimmen werde, sicherlich keine Rolle spielt. Es fließt noch so viel Wasser den Rhein runter, sollte nach dem Sonntag das KKH gebaut werden, und nochmals mehr, bis diese Fragen geklärt sind, dass wir in aller Ruhe abwarten können und dann entscheiden. Und grundsätzlich bin ich sowieso ein großer Fan kleiner Konzerträume und wir haben einen sehr schönen im Kula.  |
|
| Nach oben |
|
 |
his dudeness

Anmeldungsdatum: 22.02.2010 Beiträge: 52
|
Verfasst am: Samstag 20 März 2010 01:56 Titel: |
|
|
vielen dank für deine antwort jan.
da sind interessante punkte dabei, die man als "nicht-veranstalter" noch
nicht gesehen hat.
deinem letzten satz kann ich nur zustimmen, in kleineren sälen kommt
meistens eine viel bessere stimmung auf und man kann sich mal eben ein
bierchen holen ohne den halben auftritt zu verpassen.
trotzdem gibt es einen haufen bands die eine nummer zu groß für den KULA
sind. aber die bands an die ich denke würden mit großer wahrscheinlichkeit
nicht im KKH auftreten, so wie es bisher geplant ist.
um die fahrt nach zürich wird man wohl in nächster zeit nicht drum herum
kommen.
nun denn, schönes wochenende allerseits, bis mittwoch.
 _________________ Limp Bizkit didn't go out of style ... You did! |
|
| Nach oben |
|
 |
Peanprivat Gast
|
Verfasst am: Samstag 20 März 2010 03:39 Titel: kula im kkh |
|
|
Zwar hat Jan das meiste schon gesagt, was den KULA von seiner ersten Veranstaltung im KKH trennt - trotzdem möchte auch ich als "kulamensch" meine persönliche Meinung dazu zum besten geben und die Sache mal mit Zahlen füttern. Allerdings sollte dazu bedacht werden, dass am Sonntag ja erstmal entschieden wird, ob das goldene Schmuckkästchen überhaupt kommt oder nicht ... . Trotzdem:
Ein fiktives Beispiel.
Kula bucht eine Band, die den Laden ausverkauft mit 450 Gästen. Den Eintritt setze ich der einfachheithalber mit 20 Euro an und habe dementsprechend einen Umsatz von 9000 Euro. (alle Zahlen werde ich brutto nennen). Die Band kommt mit 15 Leuten, die uns pro Person 30 Euro (Getränke und Essen) also 450 Euro kosten. Unser Personal (Technik, Betreuung und Security) kostet ca 350 Euro, das Hotel liegt bei 800 Euro, Plakate, Flyer, Anteil am Programm, Verteilen, Aufhängen ... also die Werbung kostet 500 Euro, die Gage haben wir mit 55 % der Einnahmen ausgehandelt also 4950 €. Gema, Ausländersteuer ... und sonstige Kosten machen nochmal 450 Euro aus. Also wirklich stark vereinfacht gehen wir von 7500 Euro Ausgaben aus, die direkt für das Konzert anfallen. Bleiben uns also bei diesem Beispiel 1500.-, um die Fixkosten für den Laden, unser festes Personal oder auch immer wieder anfallende defizitäre Konzerte usw. damit zu finanzieren.
So, wie sieht die ganze Sache im KKH aus, wohlgemerkt, ohne dass ich jetzt schon die Mietkosten und Personalkosten wie Hausdmeister, Reinigung usw. kenne - einfach wieder unsere direkten Konzertkosten. Also, ich geh jetzt mal davon aus, dass obige Band uns auch den großen Laden füllt, sprich 1200 * 20.- = 24000 Euro. Bei größeren Läden werden wir die Band nicht mit 55 % abspeisen können, da geht es um schätz ich mal 65 % als Gage, also 15600 Gage. Da wir nicht im eigenen Laden sind, werden die Verpflegungskosten sich erhöhen, also ca 600 €. Personal wird saftig teurer, weil ich erstens mehr brauche und zweitens sicher nicht mit eigener Security arbeiten kann, und dazu noch Hands für die Technik brauche, da zahl ich mindestens doppelt soviel, also 700 €, das Hotel kostet nicht mehr, also bleibt bei 800.-, Werbung brauch ich mehr, sonst wird die Bude sicher nicht voll, also ca 800.- Ausländersteuer ... orientirt sich an der Gage, also wird höher, Gema orientiert sich an der Raumgröße, als deutlich höher setz ich mal 1000 € an. Im Kula hab ich eine eigene Technik, im KKH muß ich eine komplette Produktion fahren, da kann ich sicher 2000 € (knapp kalkuliert) noch zusätzlich zahlen. Dann liege ich bei 21500 Euro Kosten. Bleiben mir insgesamt unterm Strich 2000 € mehr, wenn ich das Ding mit 1200 Gästen im KKH mach, anstatt mit 450 im KULA. Davon sollte ich aber dann noch die Raummiete und sonstiges vom KKH zahlen. Ich glaub jetzt mal sicher nicht daran, dass ich dafür den großen Saal mieten kann. Es sieht bei meinem wirklich stark konstruierten Beispiel dann aber so aus, dass ich bei deutliche größerem Aufwand und hohem finanziellem Risiko (450 Gäste hab ich schneller wie 1200) auch noch mit weniger Incom dastehe. Um das zu vermeiden, werde ich natürlich sicher deutlich höhere Eintritte verlangen müssen, damit sich das rechnet. Das wird eine schwierige Entscheidung für uns.
Was das wirklich fiktive Beispiel deutlich zeigt - 1200 Leute sind eigentlich gar nicht so weit weg von 500, damit ein wenig mehr Schwung in die Sache kommt und wirklich etwas größere Act nach KN kommen, dazu ist der güldene Kasten zu klein.
Anders sieht es natürlich aus, wenn wir mal Lust auf eine bestuhlte Veranstaltung haben - Sven Wegener liest aus Herr Lehmann Teil 3 - sowas geht im KULA nicht - oder wir könnten unsere Lieblingsband? auf kleiner Club-Tour -REM spielt unplugged und nur Läden unter 1500- machen, auch das geht nicht im KULA. Aber auch das wird dann sicher heiss diskutiert werden ... .
Übrigens an dieser Stelle mal ein paar Bands, die in letzter Zeit im Rock/Pop Bereich immer wieder genannt werden als Referenz, wofür wir diese zig Millionen für das Schmuckkästchen ausgeben sollen. Culcha Candela - hat zwei mal im KULA gespielt. Shout out Louds, war letztes Jahr im KULA, dazu brauchts kein KKH, Jan Delay war im KULA, Gentlemen war im KULA, Patrice war im KULA. Da hat auch Rammstein gespielt, Guano Apes, aktuell La Brass Banda, Shantel, Katzenjammer, La Vela Puerca ... um solche Dinge zu toppen, auch dazu ist der Schuppen wohl zu klein (Kula hat übrigens mit Umbau und Kauf ca 750000 Euro ge kostet)- erwartet Euch also im Rock Pop Bereich nicht die neue Dimenson.
Und jetzt noch meine wirklich persönliche Meinung zu dem ganzen, und so werd ich auch abstimmen. Wenn ich in einener Finanzkrise grad nicht so viel Kohle habe in meinem Betrieb (ich bin der Wirt im KULA) und das gröbste liegt erst noch vor mir, dann werd ich mir sicher keinen neuen Mercedes Sprinter als Betriebsauto kaufen, sondern dann muss es ein gebrauchter T4 er tun, wenn überhaupt einer hermuss.
... und ein K weniger im KKH und alles etwas größer in der Kapazität und pragmatischer, dafür weniger edel und irgenwo um die 20 mio, das sollte sich dann eine Stadt wie Konstanz möglicherweise jetzt leisten (antizyklisches Denken in der Krise muss nicht immer schlecht sein), und die Kongresse kann sich dann die Uni und das Konzil (das muss doch eh teuer renoviert werden) teilen.
So jetzt beende ich meinen "Aufsatz" und hoffe, damit trotz des fiktiven und etwas oberflächlichen Charakters der Zahlen (mein Freund Uli nennt sowas mit Grausen immer Peanzahlen) einen konkreteren Beitrag zur Aufklärung geleistet zu haben. Der fehlt ja bekanntlich bei der Stadtverhaltung, da werden noch viel abenteuerlicher die Betriebskosten grob und sicher viel zu niedrig geschätzt. Da wurde leider bisher auch kein einziges Beispiel für eventuelle Veranstaltungen auf den Tisch gelegt.
soweit Wolfgang Daiber - im KulaVorstand, aber trotzdem in diesem Fall nur mit eigener Meinung. |
|
| Nach oben |
|
 |
his dudeness

Anmeldungsdatum: 22.02.2010 Beiträge: 52
|
Verfasst am: Sonntag 21 März 2010 03:07 Titel: |
|
|
danke auch dir pean. so macht ein diskussionsforum auch sinn.
deine fiktiven rechenbeispiele geben einen kleinen einblick in das
veranstaltungsgeschäft. die "peanzahlen" eignen sich ganz gut um sich
ein konzert im KKH kostentechnisch vor augen zu führen. die selben
kosten die du anführst werden andere veranstalter wie z.b. KOKO auch
haben. um also ein bisschen gewinn an einer veranstaltung zu machen,
kann ich als besucher damit rechnen nicht unter 30€ das
"schmuckkästchen" betreten zu dürfen. was an sich ein normaler
eintrittspreis bei bands bestimmten bekanntheitsgrades ist, nur wirds da
mit den 1200 besuchern wieder knapp.
zum vergleich, letzten sommer die toten hosen in der europahalle
karlsruhe für knapp über 30€. dafür waren aber ca. 8000 leute da.
| Zitat: | ... und ein K weniger im KKH und alles etwas größer in der
Kapazität und pragmatischer, dafür weniger edel und irgenwo um die 20
mio, das sollte sich dann eine Stadt wie Konstanz möglicherweise jetzt
leisten |
genau der meinung sind ziemlich viele wenn man sich ein wenig umhört.
falls das projekt morgen (bzw. heute) abgelehnt wird, wird es meiner
einschätzung nach, früher oder später auch darauf hinauslaufen. _________________ Limp Bizkit didn't go out of style ... You did! |
|
| Nach oben |
|
 |
Gast
|
Verfasst am: Sonntag 21 März 2010 19:09 Titel: |
|
|
| hoffentlich begreift unser OB jetzt entlich das es dieses konzerthaus nie geben wird und besinnt sich auf seine eigentliche aufgabe. |
|
| Nach oben |
|
 |
his dudeness

Anmeldungsdatum: 22.02.2010 Beiträge: 52
|
|
| Nach oben |
|
 |
|